Was ist ein Rollenspiel?
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Was ist denn nun dieses Rollenspiel?
Dem geneigten Leser sei gesagt das die hier dargelegte Sicht eines Rollenspiels meine persönliche Einstellung widerspiegelt. Im Übrigen gehe ich hier nur auf die klassischen Pen & Paper Rollenspiele ein.

Jeder von uns kennt sie – die klassischen Spiele unserer Kindheit. Brettspiele wie Mensch ärgere dich nicht, Malefiz, Schach und wie sie alle heißen. Diesen Spielen ist immer ein Punkt gemeinsam, und das ist der reglementierte Ablauf der Züge oder Handlungsweisen die du als Spieler machen kannst. Interessant werden sie durch den Reichtum an Varianten, was gerade beim Schach sehr reizvoll sein kann...

Aber ansonsten laufen sie immer nach dem gleichen Muster ab. Bei Spielen die den Zufallsfaktor sehr hervorheben (Mensch ärgere dich nicht, Malefiz) würfelt der Spieler und führt das Würfelergebnis aus. Ungeachtet der Konsequenzen die das Ergebnis haben könnte, so sehr man sich auch darüber ärgert.

Rollenspiel ist anders. Es betont die Zusammenarbeit und den Kooperationsgedanken der am Spiel teilnehmenden Personen. Und es hat Gemeinsamkeiten mit den bekannten Brettspielen. Zwar gibt es keinen festen Spielplan mit Feldern, aber Würfel sind doch auch von Nöten. Doch was macht man nun in einem Rollenspiel?

Der Name sagt bereits ziemlich viel aus – man spielt eine Rolle. Man überlegt sich den Charakter einer Person, ihr Aussehen und schlüpft in einer oft fiktiven Welt in die Rolle dieser Person und spielt sie. Das klingt jetzt komplizierter als es ist. Und diese Person in deren Rolle du schlüpfst nennt sich dann Charakter, den Selbigen sollte sie auch besitzen. Das ist einfach – schaue dir doch einfach mal einen Menschen an den du kennst. Und jetzt versuche ihm oder ihr drei Adjektive und ein Substantiv zuzuordnen. Ist er vielleicht impulsiv, intelligent und undurchschaubar? Und du hast den Eindruck von Standfestigkeit von ihm wenn du mit ihm diskutierst oder redest?

Wenn du dir diese Gedanken zu einer Person machst dann hast du bereits ein Bild von ihr. Du hast ihr Begriffe zugeordnet weil sie in gewissen Situationen eben so reagiert hat wie du es von jemandem erwarten würdest den du mit diesen Begriffen belegen würdest.

Und genau so machst du es dann mit deiner Spielfigur im Rollenspiel. Du charakterisierst ihn. Geht er leicht in die Luft wenn er vor den Kopf gestoßen wird? Was treibt ihn an? Ist er geizig oder eher freizügig? Lässt er andere Leute an sich heran oder blockt er jeden Versuch etwas Tieferes über ihn zu erfahren ab?

Diese Eigenschaften können frei gewählt sein, du kannst aber auch einfach versuchen deine Eigenschaften auf diesen Charakter zu übertragen. Obwohl der Reiz im Rollenspiel häufig daran liegt abweichende Wesenszüge zu spielen. Bist du im wahren Leben eher extrovertiert und polternd? Warum dann nicht einen Charakter spielen der lieber weniger von sich gibt? Und das macht den Reiz in einem Rollenspiel unter anderem aus. Du kannst in eine vollkommen andere Rolle schlüpfen.

Nachdem du dir also überlegt hast wie deine Spielfigur, dein Charakter, aussehen soll geht es weiter. Dieser Charakter agiert nun in der jeweiligen Spielwelt, dem System. Und die Art wie er handeln kann unterscheidet deine Spielfigur stark von einem Hütchen von zum Beispiel Mensch ärgere dich nicht. Du bestimmst nämlich frei welche Handlung dein Charakter ausführt und wie er auf Situationen reagiert. Du kannst im Allgemeinen alles versuchen – solange es einigermaßen realistisch ist natürlich!

Viele Dinge gelingen dir so, für die komplizierteren Handlungen kommt als Entscheidungshilfe wieder der gute alte Würfel zum Einsatz – das Ergebnis des Würfelwurfes bestimmt, ob dein Charakter bei der Ausführung seiner Handlung erfolgreich war oder nicht. Und wie erfolgreich er war...

Ziel des Rollenspiels ist es eine Geschichte zu erleben und aktiv mitzugestalten. Die Charaktere gehen aufeinander ein und bestimmen so den Verlauf und Ausgang dieser Geschichte.

Aber wie musst du dir den Ablauf vorstellen?
In beinahe jedem Rollenspielsystem gibt es einen Menschen der eine leitende Funktion innehat und das Gerüst der jeweiligen Geschichte plant. Dieser Mensch wird Spielleiter (SL) oder einfach Meister (engl.: Master) genannt. Neben dem Gerüst der Geschichte die du als Charakter erleben kannst erfindet er auch Freunde, Widersacher und Wesen die von keinem deiner Mitspieler gespielt werden und beschreibt ihre Reaktionen auf euere Handlungen. Diese Wesen und Personen die von keinem anderen Spieler geführt werden nennt man Nichtspielercharaktere (NSC's / NPC’s).

Aus der Interaktion zwischen den vom Spielleiter geführten Wesen und deinem Charakter sowie den anderen Charakteren eurer Rollenspielrunde ergibt sich dann das eigentliche Rollenspiel. Jemand beschreibt die Handlungen seines Charakters (der Meister der NSC's) und die betroffenen Personen die Reaktionen ihres jeweiligen Charakters. Hier ein kurzes Beispiel (SL bedeutet Spielleiter, Spieler 1 – 3 sind jeweils verschiedene Spieler mit unterschiedlichen Charakteren):


SL: Heute habt ihr Glück mit dem Wetter. Die Sonne bereitet euch einen warmen Empfang als ihr aus eurer Gaststätte in das Freie tretet. Ihr schlendert ein bisschen durch die Gegend, erinnert euch dann aber doch an euren Beschluss, nach Travar zu reisen und dort ein wenig die dortigen Lokale nach Arbeit abzuklappern. Also geht ihr zu den Stallungen wo eure Pferde auf euch warten.

Spieler 1: Ich sattele mein Pferd, gebe ihm noch ein wenig von den frischen Karotten und steige dann auf.

Spieler 2: Dito. Aber meines bekommt keine Karotten.

Spieler 3: Ich schwinge mich hinter Keyla (Spieler 1) in den Sattel und werde mit ihr mitreiten.

SL: Nachdem ihr eure Reisevorbereitungen beendet und eure Pferde gesattelt habt reitet ihr los. Nach kurzer Zeit erreicht ihr ein kleines Wäldchen außerhalb dem Dorf wo ihr genächtigt habt. Ihr findet einen Waldweg der breit genug ist damit ihr auf euren Pferden langsam hindurchreiten könnt.

Spieler 2: Ich traue diesem Wald nicht...

Spieler 1: Uns wird schon nichts passieren... Aber ich spanne trotzdem mal meine Armbrust und lege einen Pfeil auf. Wer weiß?

Spieler 3: Ich ziehe mein Schwert und halte das Schild vor meine rechte Seite.

Spielleiter: (würfelt) Iven du hast Glück gehabt. Kaum hast du dein Schild schützend vor dich gehoben als auch schon ein Pfeil aus dem Dickicht auf ihn kracht und zersplittert. Wie handelt ihr?


Die Charaktere haben nun einige Möglichkeiten. Sie können auf ihren Pferden versuchen dem Überfall zu entfliehen. Oder sie können ihre Pferde in das Dickicht hineinbugsieren und hoffen den Schützen über den Haufen zu rennen. Oder sie steigen ab und stellen sich dem oder den Angreifern). Auf jeden Fall kann jeder entscheiden wie er es für richtig hält.

Und dies macht den Reiz des Rollenspiels aus. Es gibt viele verschiedene Systeme. Rollenspiele die in einer mittelalterlichen Welt spielen. Systeme mit viel Magie wo Charaktere auch zaubern können. Und Systeme die in unserer Zeit an realen Orten spielen. Was du spielst bleibt dir überlassen.

Erklärungen hin oder her – es ist am Besten wenn du es einfach mal selbst ausprobierst. Entsprechende Möglichkeiten bietet dir hier der DROSI (Deutscher Rollenspiel – Index) - diesen findest du unter http://www.drosi.de .
 


  

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